Musikkapelle Kollnau e.V.

Carmina Burana – was ist das eigentlich?

Seit Monaten bereitet sich die Musikkapelle Kollnau gemeinsam mit allen Blasorchestern der Stadt Waldkirch auf die Aufführung der Carmina Burana von Carl Orff vor, der Chor probte schon seit dem vergangenen Jahr.

Hier nun einige Informationen zum Werk.

Was sind die Carmina Burana eigentlich?

Die „Lieder aus Benediktbeuern“ sind eine mittelalterliche Handschrift, in der Texte in mittellateinischer, mittelhochdeutscher, altfranzösischer und provenzalischer Sprache gesammelt wurden. Die Sammlung umfasst Texte, Lieder moralischen und satirischen Inhalts, Minne- und Trinklieder sowie geistliche Dramen. Die Handschrift wurde 1803 in der Bibliothek des Klosters Bendiktbeuern gefunden.

Carl Orff…

… war ein deutscher Komponist und Musikpädagoge. Er lebte von 1895 bis 1982. Zu seinen bekanntesten Werken gehört die szenische Kantate „Carmina Burana“, die in den Jahren 1935/36 entstand. Für seine vollständige Neukomposition ging Orff sehr frei mit den ursprünglichen Texten um. Er wählte aus und gliederte das Material neu.

  • Primo vere, Ûf dem anger (Erwachen des Frühlings, Liebe)
  • In taberna (opulentes Gelage)
  • Cours d’amour und Blanziflor et Helena

Den Rahmen der Kantate bildet der mächtige Chor zu Ehren der Göttin Fortuna („Fortuna Imperatrix Mundi“), die das Schicksal des Menschen letztlich bestimmen soll. Das Bild oben zeigt eine Buchmalerei aus dem Codex Buranus mit einer Darstellung des Schicksalsrades der Fortuna.

Hier der Text:

O Fortuna
velut luna
statu variabilis
semper crescis
aut decrescis
vita detestabilis
nunc obdurat
et tunc curat
ludo mentis aciem,
egestatem,
potestatem
dissolvit ut glaciem.

Sors immanis
et inanis,
rota tu volubilis
status malus
vana salus
semper dissolubilis

Obumbrata
et velata
michi quoque niteris
nunc per ludum
dorsum nudum
fero tui sceleris.

Sors salutis
et virtutis
michi nunc contraria,
est affectus
et defectus
semper in angaria.
Hac in hora
sine mora
corde pulsum tangite
quod per sortem
sternit fortem
mecum omnes plangite

Hier die Übersetzung:

O Fortuna!
Wie der Mond
So veränderlich,
Wachst du immer
Oder schwindest! –
Schmähliches Leben!
Erst mißhandelt,
Dann verwöhnt es
Spielerisch den wachen Sinn.
Dürftigkeit,
Großmächtigkeit
Sie zergehn vor ihm wie Eis.

Schicksal,
Ungeschlacht und eitel!
Rad, du rollendes!
Schlimm dein Wesen,
Dein Glück nichtig,
Immer im Zergehn!
Überschattet
Und verschleiert
Kommst du nun auch über mich.
Um des Spieles
Deiner Bosheit
Trag ich jetzt den Buckel bloß.

Los des Heiles
Und der Tugend
Sind jetzt gegen mich.
Willenskraft
Und Schwachheit liegen
Immer in der Fron.
Drum zur Stunde
Ohne Saumen
Rührt die Saiten! –
wie den Wackeren
Das Schicksal
Hinstreckt; alle klagt mit mir!

Die Wunden, die Fortuna schlug,
Beklage ich mit nassen Augen,
Weil sie ihre Gaben mir
Entzieht, die Widerspenstige.
Zwar, wie zu lesen steht, es prangt
Ihr an der Stirn die Locke,
Doch kommt dann die Gelegenheit,
Zeigt sie meistens ihren Kahlkopf.

Auf Fortunas Herrscherstuhl
Saß ich, hoch erhoben,
Mit dem bunten Blumenkranz
Des Erfolges gekrönt.
Doch, wie ich auch in der Blüte stand,
Glücklich und gesegnet:
Jetzt stürze ich vom Gipfel ab,
Beraubt der Herrlichkeit.

Fortunas Rad, es dreht sich um:
Ich sinke, werde weniger,
Den anderen trägt es hinauf:
Gar zu hoch erhoben
Sitzt der König auf dem Grat:
Er hüte sich vor dem Falle!
Denn unter dem Rade lesen wir:
Königin Hecuba.

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