Die „Köhlerbuben“ sind ein eigenes Kapitel in der Geschichte der Kollnauer Musik. 1975 als „ahnsehnliche Jugendabteilung“ gegründet, spielten die Musiker um ihren Frontmann und Motor Ernst Baier über 15 Jahre bei wohl allen geselligen Anlässen, Hocks, Festen, Jubiläen im engeren und weiteren Umkreis ihrer Heimatgemeinde. Dabei kamen um die 30 Auftritte jährlich zusammen, darunter legendäre Anlässe wie der sagenumwobene „Winkelhock“, die Eröffnung des Kollnauer Wochenmarktes, die Premiere des „Kollnauer Feschts“ oder ein improvisiertes Platzkonzert auf den Stufen des Reichstagsgebäudes im damals noch geteilten Berlin. Trotz aller Bekanntheit brachte es das rund 20-köpfige Ensemble weder zu Schallplatten-Ruhm noch zu Fernsehauftritten. Dennoch gab es ein Erfolgsrezept: Man spielte das, was das Publikum bei Hocks und Festen gerne hören will: bekannte Melodien, ein paar Solo-Einlagen, Stücke zum Mitsingen und Mitschunkeln – all das sicherlich keine „symphonische Blasmusik“, aber eben unterhaltsam und – wenn die Nacht davor nicht zu lang gewesen war – auch meistens gefällig vorgetragen. Dabei, so Kenner der Ma(r)terie, entwickelte das Ensemble eine eigenwillige musikalische Formensprache, etwa das „romantische Tränenforte“ oder das nur von wenigen anderen beherrschte „Schützenliesel-Staccato“. Tiefsinnig in diesem Zusammenhang ist der Ausspruch Ernst Baiers: „Musik konn monchmol au lut si!“