Abenteurer, Helden und Legenden. Unter diesem Motto steht das Dreikönigskonzert 2009. Ein besonderer Höhepunkt des Abends wird der Klassiker „Tirol 1809“ sein. Das Stück wurde in den vergangenen Jahrzehnten bereits mehrfach aufgeführt – so übrigens auch beim ersten Stuhlkonzert 1980. Damals wie heute faszinierte das Stück sowohl die Musikerinnen und Musiker als auch das Publikum. Doch was passierte eigentlich genau vor 200 Jahren in Tirol? Und was hat das Ganze eigentlich mit dem Motto zu tun? Nun, ohne einen Anspruch auf die Vollständigkeit der Ereignisse zu haben, soll hier ein kurzer Abriss zum besseren Verständnis des Geschehens gegeben werden. Vielleicht auch, um besser nachvollziehen zu können, was der Komponist Sepp Tanzer in den drei Sätzen „Aufstand“, „Kampf am Berg Isel“ und „Sieg“ vermitteln möchte.

Zu jener Zeit stand Tirol als Folge der Kriegsniederlage seit 1805/06 unter bayerischer Herrschaft. Die Bayern versuchten in ihrer neuen Provinz Tirol Reformen vor allem im religiösen Leben durchzusetzen, die den Tirolern missfielen (z.B. Verbot der Christmette, Rosenkranz etc.). Die bayerische Besatzung gipfelte schließlich darin, dass junge tiroler Männer für die bayerische Armee zwangsrekrutiert werden sollten. Hier tritt nun die Hauptfigur der Ereignisse, Andreas Hofer, auf. Unter seiner Führung kam es zum Aufstand gegen die bayerischen Eroberer. Bei der Schlacht am Berg Isel führte Hofer die Aufständigen erfolgreich gegen die Bayern an, was dazu führte, dass Innsbruck wieder zurück in die Hand der Einheimischen gelangte.

Die Bayern wurden übrigens von den Truppen Napoleons unterstützt, was die jeweiligen Einwürfe der französischen Nationalhymne im Stück erklärt. Ebenso gelingt es dem Komponisten, die Gottesfürchtigkeit der Tiroler an den Stellen musikalisch hervorzuheben, die an einen kirchlichen Choral erinnern. Mit dem dritten Satz „Sieg“ kommt es zwar rein musikalisch gesehen zum „Happy End“; bei den im Jahresverlauf von 1809 geführten weiteren blutigen Schlachten mit der bayerischen und französischen Armee mussten sich die Tiroler schließlich doch geschlagen geben. Andreas Hofer flüchtete und wurde von einem seiner Landsleute verraten. Nach seiner Gefangennahme stellte man ihn vor ein Kriegsgericht und erschoss ihn im Jahre 1810 im Alter von 42 Jahren.